Die Neugliederung des Areals transformiert die bestehende Grossform in ein differenziertes, ensembleartiges Gefüge, das zwischen Siedlung und Freiräumen vermittelt und den Ort in seiner Körnung und Offenheit weiterentwickelt. Da für den Projektperimeter keine Baulinien vorgegeben sind, wird die städtebauliche Ordnung bewusst aus dem Entwurf selbst heraus entwickelt und als integraler Bestandteil der architektonischen Haltung verstanden.
Das vorgeschlagene Neubauvolumen entwickelt sich aus zwei zueinander versetzten Baukörpern, die über einen gelenkartig ausgebildeten Mittelbau miteinander verbunden sind, sowie einem eigenständigen Solitär im nördlichen Bereich der Parzelle. Dieses Ensemble ermöglicht es, die Grossform in eine differenzierte, ortsverträgliche Körnung zu überführen und gleichzeitig klare räumliche Bezüge auszubilden.
Die Baukörperfigur folgt dabei dem Anspruch, betriebliche Abläufe, ortsbauliche Einbindung und die Anforderungen an eine etappierte Realisierung miteinander zu verknüpfen. Durch die volumetrische Differenzierung kann der Bestand möglichst lange weitergeführt werden, sodass der Betrieb des Alterszentrums während der Bauzeit ohne Reduktion der Pflegeplätze aufrechterhalten werden kann. Rücksprünge und Staffelungen reagieren auf die umgebende Bebauung und tragen zur Ausbildung klar gefasster Aussenräume bei.
In den Obergeschossen sind die Pflegestationen in einer klaren, wiederkehrenden Struktur organisiert, die sowohl für die Bewohnenden als auch für das Pflegepersonal eine gute Übersicht und Orientierung gewährleistet.
Die Ankunft im Geschoss erfolgt über den Lift, der zusammen mit dem gegenüberliegenden Treppenhaus ein eigenständiges, kleines Entrée bildet und in den Wohn- und Kernbereich sowie in den zentralen Ess- und Aufenthaltsbereich verteilt. Diese klare Adressierung unterstützt eine intuitive Orientierung innerhalb der Station.
Die Pflegezimmer sind entlang der Fassaden angeordnet und über einen umlaufenden Erschliessungsbereich miteinander verbunden. In dessen Mitte gruppieren sich die pflegeunterstützenden Räume um einen Lichthof, wodurch eine kompakte Organisation mit kurzen Wegen entsteht. Der Pflegestützpunkt ist zentral in dieser Struktur verortet und ermöglicht direkte Blickbezüge in die Erschliessungsbereiche sowie eine effiziente Organisation der Pflegeabläufe.
Im Zentrum des Hauptgebäudes liegen die Aufenthalts- und Essbereiche zweier Pflegestationen Rücken an Rücken, jedoch räumlich klar voneinander getrennt. Es entstehen zwei eigenständige, überschaubare Pflegeeinheiten pro Geschoss, die bei Bedarf betrieblich miteinander verbunden werden können. Die Aufenthaltsbereiche verfügen mit ihrer Lage im Gelenk über eine klare räumliche Fassung und gute Belichtung.
Von der Birkenstrasse kommend präsentiert sich der Hauptzugang des neuen Alterszentrums im Südwesten als adressbildender Ankunftsplatz, welcher durch die öffentlichen Nutzungen entlang der Fassade – insbesondere Restaurant und Mehrzweckraum – zusätzlich belebt wird. Dieser Zugang wird vorwiegend von Besuchenden sowie von Bewohnenden der Pflegestationen und Pflege-Studios genutzt. Die Eingangssituation vermittelt durch gezielte Verglasungen und Transparenz bereits einen räumlichen Bezug zwischen dem öffentlichen Empfangsbereich im Südwesten und dem halböffentlichen Garten im Nordosten.
Das Alterszentrum empfängt Besuchende in einem grosszügigen Foyer, das klare Sichtbezüge zum nordöstlich gelegenen Garten aufweist und eine intuitive Orientierung ermöglicht. Links des Eingangs befindet sich der Empfang, hinter dem sich die administrativen Bereiche entlang der Westfassade anordnen. Zwei klar ablesbare Erschliessungskerne strukturieren den Raum und gliedern das Gebäude subtil in einen nördlichen und einen südlichen Bereich.
Im nördlichen Gebäudeteil sind ruhigere Nutzungen wie der Raum der Stille und das Untersuchungszimmer um einen zentralen Lichthof im inneren organisiert. Demgegenüber bespielen aktivere, gemeinschaftsorientierte Nutzungen wie Fitness, Shiatsu und Atelier die östliche Fassade am zentralen Innenhof und wirken als soziale Anziehungspunkte.
Typologie: Alterszentrum und Alterswohnungen
Status: Wettbewerb mit Präqualifikation, 2025-2026, 5. Rang
ARGE mit Gebhard/Hoffmann Architektur
Landschaftsarchitekt: Eberli Landschaftsarchitektur GmbH